Oh große Göttin, Mutter der Erde, ich rufe dich.
Dir zu Ehren soll mit diesem Kreis
ein Loblied gesungen, auf dein Geheiß.

Oh große Göttin, nimm dieses Opfer,
etwas Milch, geträufelt auf den Boden unter uns,
ein Dank im Symbol an deine Ernährungskunst.

Wohl an, ich weiß, den Kühen geht es schlecht.
Den Kälbchen entrissen, schon nach der Geburt,
in ihrem Geschrei dann an Maschinen geschnurt,
die saugen und zerren, es schmerzt nun der Leib.
Das Kälbchen geschlachtet, nur Elend verbleibt.

Alles verbunden, alles vereint, mein Opfer, ich gab es dir dennoch..

Oh große Göttin, nimm dieses Opfer,
ein Ei, hübsch verziert, in deinem Grase dekoriert.
Ein Dank im Symbol an deine Zeugungskraft.

Wohl an, ich weiß, die Qual des Geflügels ist groß.
Noch Küken, gemustert:
männlich geschreddert, weiblich gefercht – auf kleinstem Raum.
Das kurze Leben, ohne Flugschlag, ohne Strecken, ohne echtes Grase picken.
Gezüchtet zum hastigen Eierlegen,
der Mineralverlust wird bald die Knochen zerlegen.
Ein Bruchteil der Zeit, dir du ihnen gabst, überleben sie und werden dann vergast.

Alles verbunden, alles vereint, mein Opfer, ich gab es dir dennoch..

Oh große Göttin, nimm dieses Opfer,
das flüssige Gold, schon den Kindern so hold,
denn Honig steht für die Süße des Lebens.

Wohl an, ich weiß, für den Met braucht es Bienen,
ihr Eifer gilt dem Dienen – der Mensch will sich Bedienen.
So reißt er den Königinnen die Flügel aus,
macht ihrem Fortkommen den Gar damit aus.
Bringt sie früh um, die Produktion kommt sonst nicht ‚rum.
Tauscht Zuckerwasser gegen Honig, verkauft sie für dumm.

Alles verbunden, alles vereint, mein Opfer, ich gab es dir dennoch…

Doch nun, oh große Göttin, danke ich dafür, dass du bei mir warst.
Ich segne deine Kraft und ehre dein Werk mit diesem Ritual.
(Lizenz CC-BY-SA 4.0 – Sandra Ananda on vegandharma.de)