Es gibt zahlreiche Gründe sich von der Allopathie, also der herkömmlichen Chemikalien basierten Medizin, abzuwenden. Für Veganer steht der Tierversuchsaspekt mit an erster Stelle, der durch die Pharmaindustrie im Sinne der „Wissenschaft“ und toxischen Grenzwertanalyse exzessiv betrieben wird. Es folgen jahrelange Menschentests, die nach Einführung des Medikamentes auf den Markt für etliche Jahre schließlich so viele Nebenwirkungen, unmittelbar oder als Folgeerscheinung nach langer Zeit, gesammelt haben, dass das Medikament vom Markt genommen wird oder von allen öffentlichen Seiten erheblich diskreditiert wird. Typischerweise geschieht das erst, wenn ein neues Präparat mit gleicher Indikationsliste eingeführt wurde und damit das alte Präparat mit abgelaufenem Patentanspruch ersetzen kann (jüngst geschehen mit Diclofenac). Und so geht es immer weiter.

Es gibt viele Alternativen zur Allopathie, die vorrangig zum Einsatz kommen, wenn es sich um chronische Erkrankungen handelt. Die Ausprägungen sind zahlreich und reichen von der substanzbasierten Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), über Informationsmedizin mit Substanzeinnahme (z.B. Spagyrik) und Körper-Psychotherapien (z.B. EFT), hin zu energetischen Verfahren (substanzlose Informationsmedizin) mit (z.B. Akupunktur) und ohne Invasion (z.B. Sat Nam Rasayan). Der bekannteste Vertreter der Informationsmedizin ist die Homöopathie, die sich seit ihrer Entdeckung durch Samual Hahnemann immer in der Abwehr kritischer Meinungen befand, da sie in die westliche Medizin geboren wurde. Als Veganerin könnte man schnell dabei sein, statt tierversuchsreicher risikobehafteter chemikalischer Tabletten ein Globuli zur Heilwerdung zu schlucken. Die wenigsten jedoch wissen, dass Homöopathie nicht vegan ist, ja sie ist noch nicht einmal vegetarisch!

 Globulis sind nicht das Problem

Die erste Analyse der Homöopathie zeigt das Problem der Globulis auf. Im Unterschied zu den Schüsslersalzen, die gern als Laktose-Tabletten kommen (es gibt sie nun auch als vegane Globuli), sind die Globuli selbst heute aus reiner Saccharose (auf Basis pflanzlicher Zucker). Darüber hinaus sind homöopathische Lösungen auf Alkoholbasis verfügbar.  Alkohol und Zucker eignen sich gleichermaßen als Träger, wobei es minimale Wirkungsunterschiede (hauptsächlich die Dosierung betreffend) gibt. Globulis sind nicht mehr das Problem.

Laktose  immer in der Herstellung

In der Herstellung homöopathischer Arzneien werden die Ausgangsstoffe in allererstem Schritt nach dem mechanischen Zerkleinern verrieben. Die wenigsten Mittel lassen sich gleich in Alkohol lösen und ich habe keine Liste finden können, die jene Mittel ohne Verreibung führt. Das Verreiben findet traditionellerweise immer mit Laktose statt – hier wird die Information des Ausgangsstoffe auf den Milchzucker übertragen, der dann Ausgangsmaterial für alle weiteren Verdünnungs- und Potenzierungsschritte wird. In einer Facebook-Gruppe mit Homöopathie-Begeisterten und Heilpraktikern, die jene Methode anwenden, habe ich die Frage gestellt, warum nicht einfach pflanzlicher Zucker in diesem Schritt angewendet werden könnte. Es würde die Tradition umwerfen, aber spricht außerdem etwas dagegen? Dass z.B. die pflanzliche Saccharose als Informationsträger möglich ist, zeigt die Anwendung von Saccharose-Globuli. Die Antworten führten einerseits zur Bestätigung der Idee, andererseits warfen sie aber eine viel größere Problematik auf: Homoöpathie muss in seiner Vollständigkeit angewendet werden und diese ist weder vegan noch vegetarisch!

Bienengift und Pottwalsekret

Die Ausgangsstoffe der Homöopathie lesen sich wie phantasiegefüllte Hexengeschichten. Es werden Stoffe aus allen Reichen zusammengetragen: Mineralreich, Pflanzenreich, Pilzreich, Tierreich. (In der angrenzenden Isopathie werden auch Krankheitserreger und kranke Gewebe potenziert, um jene aus dem gestörten System eines Individuums auszuleiten.) In einem Topf mit der Laktose landen ganze Spanische Fliegen (Cantharis vesicatoria), Rote Waldameisen (Formica rufa), Honigbienen (Apies mellifica), Skorpione (z.B. Androctonus amurreuxi hebraeus), Schildkröten (Caretta caretta), Wanderfalken (Falco peregrinus) oder andere Tiere. Hunde- oder Katzenmilch wird in der Homöopathie gerade ebenso immer populärer (im Sinne, das öfter darüber publiziert wird).

Warum der Ausschluss der tierischen Mittel nicht klappt

Selbst wenn es eine Revolution in der Herstellung der homöopathischen Mittel auf Basis von Saccharose statt Laktose gäbe, führe dies nicht zur Vegetarisierung der Methode. Es läge nahe, die tierischen Mittel einfach konsequent aus der eigenen homöopathischen Behandlung ausschließen zu wollen. Doch wer diese Idee einem Homöopathie-Kenner, also z.B. der eigenen Heilpraktikerin, mitteilt, der erntet nur schockierte Blicke. Homöopathie muss als ganzes Konzept angenommen oder eine Alternative gesucht werden. Man kann leider nicht einfach eine ganze Palette von Mitteln ausschließen – in Komplexhomöopathika finden sich die tierischen Ausgangsstoffe sogar fast überall. Doch selbst im Idealfall der Einzelsubstanz-Homöopathie muss die Homöopathin die Möglichkeit zum potentiellen Einsatz aller Mittel haben, sonst funktioniert das System nicht mehr. Hochgradig erfahrene Klassische Homöopathen treffen genau das jenige Heilmittel für einen, das man zum Heilwerden benötigt. Das ist das Ziel in der Hömopathie – das eine Mittel zur Harmonisierung zu finden. Wie soll die Harmonie eines „grüntönigen“ Menschen gefunden werden, wenn aus der Farbpalette alle Gelbtöne verschwinden?

Eine neue Homöopathie?

Es gibt mittlerweile die Möglichkeit Informationen mittels Schwingungsüberträger auf eine Substanz zu spielen. Dazu wird eine ganze Datenbank an Informationen zu allen Mitteln der Homöopathie mitgeliefert und auf Knopfdruck können diese Informationen dann auf einen leeren Datenträger (uninformierte Globuli) übertragen werden. Hier fand dann zwar in der Vergangenheit der Einsatz von tierischen Produkten statt, aber wir Veganerinnen verwenden auch Putzmittel und Kosmetika, deren Inhaltsstoffe einst an Tieren getestet wurden… irgendwann in den fernen 50ern oder 60ern…., die heute komplett tierversuchsfrei sind, aber es halt nicht immer waren. Hier darf jeder seine Wahrheit finden. Wichtig ist auf jeden Fall als leere Datenträger Saccharose-Globuli zu wählen.

Dieses Gerät kann von Heilpraktikern für die eigene Praxis erworben werden. So sind die Produkte immer sofort herstellbar. Es gäbe also eine Alternative.

Die Technik basiert auf der Radionik, die von Abrams um 1920 in den USA begründet wurde und hat seither viele Methoden inspiriert. Auch die Bioresonanz beruht darauf. Wie mit allen Alternativmethoden, bei denen die Pharmaindustrie weder ihre Pillen verkaufen noch einen gewissen Krankheitsgrad beim Menschen erhalten kann, wird die Wirksamkeit in den Medien negiert und die Methode als Scharlatanerie abgetan. Doch wer genügend Erfolgsbeispiele gesehen hat und bedenkt wie viele Kosten diese gegenüber der allopathischen Medizin gespart haben, kann mit jenen Meinungen beruhigter umgehen.

Ähnliche und vegane Methoden

Spagyrik

Der Homöopathie ähnlich, aber eben nur ähnlich ist die Spagyrik die Medizingewinnung der Alchemie. In einem alchemistischen Prozess wird zunächst über Wasserdampfdestillation der Geist aus der Ausgangssubstanz übertragen in eine dann wieder feste Form. Mercurius über Sulfur zu Sal. Es findet hier also keine Verreibung statt. Ausgangsstoffe sind fast immer Pflanzen, auch Mineralien werden verwendet. Tierische Ausgangsstoffe sind mir nicht bekannt. Insofern es reine Spagyrik ist, also nicht mit weiteren homöopathischen Mitteln ein Komplexmittel geschaffen wurde, so ist diese Methode in ihrer Art der Homöopathie am ähnlichsten und dennoch traditionell vegan.

Bachblüten

Bachblüten sind Blütenessenzen, die vom englischen Arzt Dr. Bach für ihre weitverbreitete Indikation vor allem mentaler und emotionaler Belange gewählt wurden. Bachblüten werden sowohl im alkoholischen als auch wässrigen Träger angeboten, was deren Anwendung noch vielfältiger macht (Tiere, Kinder, Alkoholkranke, Abstinente…). Das Wasser ist zur Konservierung dann rhythmisiert. Die Übertragung der Information finden im Sonnenschein in einem Glas mit gereinigtem Wasser statt, neben dem entweder die lebendige Pflanze wächst und sich im Wasser spiegelt oder eine Blüte der Pflanze ohne vorherigen menschlichen Kontakt in den Wasser gelegt wird. Die Sonne spendet die Energie für den Übertragungsprozess.
Blütenessenzen im Allgemeinen sind über die 38 bekannten Bachblüten hinaus aus allen anderen Blüten der Welt zu gewinnen. Es sind tausende im Angebot.

Energetische Methoden

Da Homöopathie auf dem Prinzip fußt, uns in ein gesundes, harmonisches Feld zu bringen, an das sich unsere Physiologie und Anatomie wieder anpassen kann, können alle Methoden, die auf die gleiche direkte Art auf unser energetisches Feld einwirken, Alternativen sein. Hierzu zählen Akupunktur, Shiatsu, Tuina, Yoga-Medizin, Sat Nam Rasayan, Reiki, Bioresonanz und von weiter her alle Methoden, die direkt mit unserem Energiesystem arbeiten.

Fazit

Homöopathie ist eine von vielen Methoden. Als Veganer sollten wir uns der Herstellung und der Ausgangsstoffe bewusst sein und uns im Dschungel der Methoden der Informations-/Energetischen Medizin eine vegane Alternative wählen, mit der wir aufgrund des positiven Grundgefühls wahrscheinlich eh erfolgreicher sein dürften. Wer ein Leid gegen das andere aufwiegt, fühlt sich bei der Homöopathie ebenso besser aufgehoben als bei der Tierversuchs-Allopathie. Mit Sicherheit wäre eine öffentliche Diskussion, ein Fachaustausch und eine wachsende Heilpraktiker-Gemeinschaft, die sich für die Modernisierung der Homöopathie einsetzt, eine nachhaltigere Strategie, die allen helfen würde.

Ich persönlich halte es strikt vegan, wenn es um den Menschen geht. Wir haben tausende andere zielführende Möglichkeiten. In der Katzenheilkunde sieht das ganz anders aus. Hier halte ich die Homöopathie für eine der effektivsten Heilmethoden, da ich kaum eine andere Methode kenne, die den Geist der Tiere berührt (Spagyrik ist nicht spezialisiert genug, Blütenessenzen sind diagnostisch schwer auszumachen). Daher habe auch ich einen kleinen Bestand der Kügelchen daheim oder ziehe Tierheilpraktikerinnen zu homöopathischem Rate.

 

Bildquellen: